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Spam II: Was hilft dagegen?

Gesetzliche und organisatorische Maßnahmen gegen Spam

Spam II: Was hilft dagegen?

Weil SPAM nicht nur lästig, sondern auch gefährlich ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Unternehmen davor zu schützen. Erfahren Sie hier, welche nicht-technischen Maßnahmen gegen die „Müllpost“ helfen.

 

Im ersten Teil  der Beitragsserie zu Spam haben wir geklärt, was Spam ist und woher die unerwünschten E-Mails kommen. In diesem Teil geht es um gesetzliche und organisatorische Schutzschilde, bevor im dritten Teil technische Maßnahmen erläutert werden, die das Unternehmen schützen.

Gesetzliche Grundlagen
Die Zusendung von unerwünschten E-Mails ist in mehrfacher Hinsicht unzulässig.
Zum einen ist die Versendung von Spam wettbewerbsrechtlich unzulässig. Denn werbliche E-Mails dürfen gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG grundsätzlich nur dann zugestellt werden, wenn der Empfänger vorher eingewilligt hat. Ausnahmen regelt § 7 Abs. 3 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch haben jedoch nur Wettbewerber oder Verbände im Sinne von § 8 Abs. 3 Ziff. 2, 3 und 4 UWG (§ 8 Abs. 1 UWG). Einen eigenen Unterlassungsanspruch können Empfänger von Spam-Mails grundsätzlich aus dem Deliktsrecht herleiten (§ 1004 i.V.m. § 823 Abs. 1 BGB).
Wenn Gesetze greifen, ist es oft leider schon zu spät. Deshalb gilt es, organisatorisch einen Schritt früher anzusetzen:

Wie kann ich SPAM vermeiden?
Leider ist das Vermeiden von SPAM nicht so einfach. Der Ratschlag, die geschäftliche E-Mail-Adresse nicht im Internet zu veröffentlichen, ist zum einen nicht mehr zeitgemäß. Zum anderen würde das auch bedeuten, dass Sie nicht per E-Mail von Interessenten und somit potenziellen Kunden erreicht werden können, die im Internet auf Sie gestoßen sind. Außerdem sind zumindest im Impressum Kontaktdaten anzugeben und in den meisten Fällen findet sich dort auch eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse kann dann von Robotern, die extra für diese Zwecke programmiert wurden, als solche erkannt werden. Der Weg auf die Empfängerliste von Spam ist geebnet.

Eine neuere Methode, E-Mail-Adressen vor Robotern zu verstecken, ist die Einbindung eines Bildes der Adresse in die Webseite. Roboter erkennen das Bild, nicht aber den Inhalt des Bildes. Auf ein ähnliches Prinzip setzt „at“ vs. „@“. Auch durch das Ausschreiben des @-Zeichens lassen sich Roboter verwirren und erkennen oft die E-Mail-Adresse nicht als solche. Nachteil hierbei: Sie sind nicht mehr einfach durch einen Klick per E-Mail erreichbar.

Im privaten Umfeld etabliert sich immer die Verwendung von Wegwerf-E-Mail Adressen. Eine E-Mail-Adresse also, die speziell dann verwendet wird, wenn die Gefahr groß ist, Spam zu erhalten, z.B. bei der Diskussion in Newsgroups und Foren, oder bei der Teilnahme an Gewinnspielen.

Im geschäftlichen Umfeld werden gerne viele E-Mail-Adressen unter der einen Domain angelegt und unterschiedliche Adressen für unterschiedliche Zwecke verwendet. Falls eine Adresse Opfer von SPAM wird, kann man diese ohne Probleme austauschen.

Sollte sich doch einmal eine unerwünschte E-Mail in Ihren Posteingang verirrt haben, klicken Sie einfach nicht drauf. So sparen Sie sich zum einen Zeit und zum anderen bestätigen Sie dem Spammer nicht, dass Sie unter dieser E-Mail-Adresse für Spam erreichbar sind. Oft sind nämlich aktive Inhalte in der E-Mail enthalten, die Rückmeldung an den Absender geben und damit die E-Mail-Adresse als valide und wertvoll bestätigt.

Besondere Vorsicht gilt allen Anhängen von E-Mails und besonders von SPAM. Die Wahrscheinlichkeit sich aus Neugierde beim Öffnen eines Anhangs einen Virus einzufangen ist mehr als hoch.

Doch natürlich gibt es auch technische Maßnahmen, die die unerwünschte E-Mail-Flut eingrenzen helfen. Welche dies genau sind, erfahren Sie im dritten Teil der Beitragsserie zu Spam, der am 10. Dezember erschienen ist.

Bild: © Gerd Altmann / pixelio.de
 

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Kommentare

Verfasst von K. Böhme am
Aktuell werden z.B. Viren verschickt, die sich als MMS von Vodafone tarnen. Falls solch eine Nachricht in Ihrem Postfach landet, sollten Sie weder die Mail, noch den Anhang öffnen. So manche Virenschutzsoftware kann diese Malware noch nicht herausfiltern. Falls ein solcher Anhang doch geöffnet wurde, sollten Sie sich umgehend mit Ihrem IT-Dienstleister in Verbindung setzen.

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