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Digitale Sou­ve­rä­nität

Digitale Sou­ve­rä­nität: Es ist erstaunlich, wie im poli­ti­schen Diskurs neue Begriff­lich­keiten ent­stehen und sich inhaltlich aus­prägen.

 

Die Sou­ve­rä­nität hatte schon immer eine ganz eigene Anzie­hungs­kraft. Neben der recht­lichen Selbst­be­stimmung bezeichnet Sou­ve­rä­nität die sichere oder über­legene Beherr­schung einer Aufgabe, und wer wollte das nicht für sich in Anspruch nehmen? Wer dagegen nicht sou­verän ist oder sein kann, steht in Abhän­gig­keiten, muss sich abstimmen und Kom­pro­misse schließen oder wird gar beherrscht.

Nun ist — global betrachtet — Sou­ve­rä­nität ins­gesamt in ein Rück­zugs­ge­fecht mit Nega­tiv­pro­gnose ver­wi­ckelt: Arbeits­teilige Ver­netzung, sich ver­bin­dende Wirt­schafts­räume, welt­weite Lie­fer­ketten, inter­na­tional tätige Kon­zerne, kul­tu­relle Ver­schmel­zungen und der mühsame Weg zu einer Welt­re­gierung. Wer kann da noch sou­verän sein (wollen), ohne sich selbst und anderen im Weg zu stehen? Wie den Bedürf­nissen einer wach­senden Welt­be­völ­kerung gerecht werden, wenn jeder sou­verän sein will? Die tech­nische, wirt­schaft­liche und poli­tische Ent­wicklung treibt uns über die Effi­zi­enz­suche der Markt­logik in Abhän­gig­keiten, bei der Sou­ve­rä­nität zwangs­läufig abgebaut wird. Dazu kommt, dass der Begriff emo­tional und national besetzt ist und mit­unter unter­schiedlich inter­pre­tiert wird. Wer bewerten will, dem bleibt nur, sich die kon­krete Ambition zur Sou­ve­rä­nität im Ein­zelfall anzu­sehen.

Schutz von Geschäfts­ge­heim­nissen

Der BITKOM hat in diesem Sinne ein gelun­genes Papier zum Thema ver­öf­fent­licht. Es zeigt, dass es bei der (digi­talen) Sou­ve­rä­nität in Bezug auf Infor­ma­ti­ons­tech­no­logien vor allem darum geht, Selbst­be­stimmtheit und Ent­schei­dungs­freiheit zu erhalten und zu gestalten.

 Digitale Souveränität

„Eine Grund­vor­aus­setzung digi­taler Sou­ve­rä­nität ist (…) die Fähigkeit, die Geschäfts­ge­heim­nisse der Unter­nehmen und For­schungs­ein­rich­tungen best­möglich zu schützen. Gleiches gilt für die Pri­vat­sphäre der Bürger.“  BITKOM zur Digi­talen Sou­ve­rä­nität

Ver­trauen in die tech­nische Infra­struktur

In Deutschland haben wir ver­standen, dass unsere Volks­wirt­schaft nur erfolg­reich sein kann, wenn sie – sou­verän — ihre Geheim­nisse schützen kann. Das Neuland besteht aus einer glo­balen und längst kri­ti­schen Infra­struktur, deren Chancen und Risiken uns eine Defi­nition des Begriffs „Digitale Sou­ve­rä­nität“ explizit abver­langen.  DsiN und der BITKOM werden in den nächsten Monaten und Jahren Begriffs­ab­lei­tungen in kon­krete Lösungen auf­zeigen und so Unter­nehmen, Bürgern und der Ver­waltung not­wendige Ori­en­tierung anbieten.

„Pro­tek­tio­nis­tische Bestre­bungen weist BITKOM dabei zurück. Der Standort Deutschland im Zentrum Europas pro­fi­tiert von seiner Ein­bettung in globale Zusam­men­hänge, muss und kann auch unter Rück­griff auf globale Tech­no­lo­gie­res­sourcen seine Digitale Sou­ve­rä­nität stärken.“ BITKOM zur Digi­talen Sou­ve­rä­nität

Den (markt-)politischen Dis­kus­sionen mit inter­na­tio­nalen IT-Anbietern, die in Deutschland ver­kaufen wollen, sehe ich gelassen ent­gegen: Es werden sich in Deutschland nur dann Umsätze gene­rieren lassen, wenn es Ver­trauen in die Anwen­dungen und tech­nische Infra­struktur gibt. Dieser Umstand sollte die Anbieter der Branche einigen. Zer­fällt das Internet in ein Darknet für kri­mi­nelle Ambi­tionen, Hoch­si­cher­heits­netz­werke für kri­tische Anwen­dungen und ein kom­plett über­wachtes Kom­merznetz, wird der gesell­schaft­liche Nutzen weit hinter den Mög­lich­keiten der Tech­no­logie zurück­bleiben.

Es gibt durchaus ein Format der Sou­ve­rä­nität, das nicht dem Eigennutz dienen will, sondern der Ver­ant­wortung des Ein­zelnen im Mit­ein­ander gerecht wird.

Bild: © Tony Hegewald / pixelio.de

Ein Kommentar zu Digitale Souveränität

  • Ariane sagt:

    Berlin Berlin
    Hallo Torsten, habe gerade an dich gedacht und sende dir, deiner Mutter und deiner Schwester herz­liche Grüsse von der kleinen Schwester von Rene 😉

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Torsten Wun­derlich, DATEV eG

Dipl. Kaufmann (FH)

Seit 2002 bei DATEV, zunächst als Pro­jekt­leitung elek­tro­ni­scher Rechts­verkehr tätig. Seit November 2009 ist Torsten Wun­derlich Leiter des DATEV-Infor­ma­ti­onsbüro Berlin und dort in Gremien, Ver­bänden und poli­ti­schen Aus­schüssen am Ohr der Zeit zu eGo­vernment-Themen und deren IT-Sicher­heits­merk­malen. Oft über­nimmt er die Rolle des “Über­setzers” zwi­schen Tech­nikern, Juristen, Poli­tikern und Betriebs­wirten, die oft keine gemeinsame Sprache in der Sache haben.

 

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