DsiN-Blog

Der IT-Sicher­heitsblog für den Mittelstand

Themen

Tipp des Monats

Machen Sie in nur zehn Minuten den IT-Sicher­heits­check von Deutschland sicher im Netz. Der Test liefert Hand­lungs­emp­feh­lungen, mit denen Sie die eigene IT-Sicher­heitslage ver­bessern können.

News­letter

Um neue Bei­träge regel­mäßig zu erhalten, können Sie hier unseren News­letter abonnieren:

Ich weiß heute, was du morgen tust

Glaskugel

Die Ansage klingt wie aus dem Film Minority Report. Ein Bericht der FAZ zeigt, was heute bei Handel, Banken und Ver­si­che­rungen über Ana­lysen aus BIG DATA bereits möglich ist.

 

 

 

Leise und fast unbe­merkt hat die kom­mer­zielle Über­wa­chung, im Schatten der Dis­kussion um Fakten und Mög­lich­keiten der Geheim­dienste, Einzug in unseren Alltag gehalten.

Nach einer Meldung der FAZ wurde „jetzt eine Studie ver­öf­fent­licht, die Bei­spiele für den kom­mer­zi­ellen Umgang mit unseren Daten ver­sammelt. Es sind, Bei­spiele, keine Gedankenspiele“.

Auf der einen Seite spannend, was man mit zig-tau­­senden Anhalts­punkten aus dem Online-Dasein eines Men­schen über sein Ver­halten vor­her­sagen kann. Auf der anderen Seite erschre­ckend, was daraus resul­tiert: Es werden nicht nur unsere intimsten Details an Handel, Ver­si­che­rungen, Finanz- und Per­so­nal­wirt­schaft ver­kauft, diese gestalten dar­aufhin ihre Ver­träge mit uns – zu DEREN Vorteil.

Indi­vi­duelle Versicherungen

Hierzu ist in einem Beitrag auf computerwoche.de zu lesen: „Ver­si­che­rungen sind viel­seitig daran inter­es­siert an Daten aus den Kraft­fahr­zeugen oder auch von den derzeit mas­senhaft getra­genen “Activity Tra­ckers” zu bekommen, damit sie auf­grund der indi­vi­du­ellen Fahr­weise und/oder des Lebens­wandels ihrer Kunden die Risiken besser bestimmen — und even­tuell fein­ab­ge­stimmte Tarife defi­nieren – können“.

Unterm Strich kann man dann getrost die Frage nach dem Sinn einer Ver­si­cherung stellen, wenn die Prämie bereits der per­sön­lichen Ein­tritts­wahr­schein­lichkeit und auch die Höhe eines „Pro­blems“ Rechnung trägt. Der ursprüng­liche Gedanke der Soli­dar­ge­mein­schaft wird damit zu Grabe getragen: Wer am Wasser oder in Ein­flug­schneisen baut erhält keine oder eine über­teuerte Ver­si­cherung. Ein „Viel­rei­sender“ pau­schal eine teure Kasko-Ver­­­si­cherung. Pech auch, wer in der Nähe sozialer Brenn­punkte wohnt etc. Und wer glaubt, ihn betrifft das nicht, kann gerne mal in der Glas­kugel nach­sehen, wo er morgen arbeitet oder wohnt, wer seine neuen Kol­legen oder seine neuen Nachbarn sind…

Mani­pu­lation und Preisgestaltung

Schlimmer finde ich aller­dings, dass wir mani­pu­liert werden, ohne es zu merken: für Wer­be­ver­sorgung oder für die Preis­ge­staltung. So heißt es weiter bei dem Artikel bei FAZ: „Um bis zu 166 Prozent weichen die Preise der Pro­dukte von­ein­ander ab, die große inter­na­tionale Online-Shops den Kon­su­menten auf Basis von deren Online-Ver­­halten, Stand­ort­in­for­ma­tionen, der benutzten Geräte oder Browser anzeigen“.

Wenn ich mir vor­stelle, dass einem gut betuchten Raucher künftig fol­gendes als Werbung ange­boten wird:

  • Die Stange Ziga­retten kostet online ein paar € mehr als am Automaten
  • Schnupper-Reise nach Ams­terdam– mit Führung durch spe­zielle Coffeeshops
  • Werbung für die medi­zi­nische Ver­sorgung von Raucherkrankheiten
  • Eine Lebens­ver­si­cherung mit „spe­zi­ellen“ Ausschlusskriterien
  • Auf seine Lebens­ver­hält­nisse abge­stimmte, spe­zi­fische ambu­lante Versorgung
  • „als Raucher könnte Sie auch fol­gendes interessieren: …“

Darüber hinaus wird sein per­sön­licher Beitrag zur Kran­ken­kasse und der Kasko-Tarif ent­spre­chend seinem per­sön­lichen Risiko erhöht; evtl. wird er womöglich aus­ge­schlossen oder erst gar nicht versichert.

Fast hätte ich es ver­gessen: Der künftige Arbeit­nehmer eines Unter­nehmens sollte natürlich ein bestimmtes Anfor­de­rungs­profil erfüllen — auch im Privaten …

Aus­blick:

Letztlich mag jeder für sich abschätzen, was für weitere Mög­lich­keiten der Ziel­­gruppen-ori­en­­tierten Werbung, Ver­­­trags- und Preis­ge­staltung bestehen.
Ein kleiner Hinweis: Es ist jetzt schon üblich, bei Prüfung der Bonität die Lage des Wohn­ortes zu berücksichtigen…

Bild: © johnnyb / pixelio.de 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bernd Feuchter, DATEV eG

Bernd Feuchter beschäftigt sich seit 1997 im Hause DATEV mit IT-Themen, anfangs im Produkt- und Service-Management für unter­schied­liche DATEV IT-Lösungen. Nach seinem Studium zum Infor­matik-Betriebswirt (VWA) kümmert er sich seit 2004 um die Kom­mu­ni­kation zu Sicher­heits­themen und die über­grei­fende Ver­marktung der ent­spre­chenden Sicher­heits­pro­dukte bei DATEV. Daneben ist er seit 2006 für DATEV eG als Referent für “Sicher­heits­themen im Unter­neh­mens­alltag” tätig; seine Spe­zia­lität sind Vor­träge mit Live-Demos und –Hacking.

 

Koope­ra­ti­ons­partner

Für DATEV sind Daten­schutz und Daten­si­cherheit seit Gründung des Unter­nehmens zen­trale Ele­mente in der Geschäfts­po­litik. Daher enga­giert sich DATEV mit dem Blog für mehr IT-Sicherheit im Mittelstand.