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Neues zur Video­über­wa­chung

Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, die Pra­xis­re­levanz der Video­über­wa­chung steigt, wie ein aktu­eller Kom­mentar zeigt.

 

 

 

Zunächst einmal vielen Dank für den Kom­mentar vom 31.10.2014. Natürlich ist die Video­über­wa­chung durchaus ein pro­bates Mittel, um unsere Sicherheit und die unserer Güter zu gewähr­leisten oder zumindest zu ver­bessern. Man denke nur an die in den letzten Jahren häu­figer statt­fin­denden Gewalt­taten in U-Bahn­­­höfen. Viel­leicht fühlen wir uns tat­sächlich etwas sicherer, weil dort nun Video­ka­meras alles auf­zeichnen; ja, viel­leicht sind wir sogar ein Stück weit sicherer.

Video­über­wa­chung mit dem Zweck, Straf­taten zu ver­hindern?

Aller­dings kennen Sie alle wohl die Bilder von Gewalt­taten in U-Bahn­­­höfen: Obwohl alles video­über­wacht wird, wird auf diesen Bildern gerade jemand ver­letzt. Das zeigt mir, dass Video­über­wa­chung – zumindest nicht in allen Fällen – Straf­taten ver­hindert, sondern haupt­sächlich der Nach­ver­folgung durch die Behörden dient.

Wenn es Ihnen also darauf ankommt, dass Straf­taten gegen Sie bzw. Ihre Güter oder Werte gar nicht erst pas­sieren, ist die Video­über­wa­chung nicht das erste Mittel der Wahl.

Hierzu ein anderes Bei­spiel aus meiner beruf­lichen Praxis: Ein Unter­nehmen über­wachte den Ein­gangs- und Emp­fangs­be­reich seiner Büro­räume mit ständig lau­fender Video­kamera. Laut Aussage der Unter­neh­mens­leitung wurde die Über­wa­chung ein­ge­richtet, um allzu rabiate Besucher davon abzu­halten, den Mit­ar­beitern gegenüber gewalt­tätig zu werden.

Es ging auch hier um den Schutz von Leib und Leben der eigenen Mit­ar­beiter, also um die Ver­hin­derung von Straf­taten, nicht um deren Nach­ver­folgung!

Das Problem in diesem Fall war, dass die Video­über­wa­chung ver­deckt und geheim erfolgte. Weder die Mit­ar­beiter am Empfang noch die Besucher wussten Bescheid. Wie kann diese Maß­nahme also dem ange­ge­benen Zweck, Straf­taten zu ver­hindern, dienen, wenn die poten­zi­ellen Straf­täter gar nicht darüber Bescheid wissen?

Schon aus diesem Grund ist diese Art der Video­über­wa­chung unzu­lässig, weil nicht geeignet und der beab­sich­tigte Zweck nicht erreicht wird.
Nebenbei wurden aber die Mit­ar­beiter am Empfang während der gesamten Arbeitszeit gefilmt. Das ist nicht nur aus juris­ti­schen Daten­schutz­er­wä­gungen ein mas­siver Ein­griff in die Per­sön­lich­keits­rechte. Ver­setzen Sie sich in die Lage, tag­täglich während Ihrer gesamten Arbeitszeit video­über­wacht zu werden …

Risiken bei nicht geset­zes­kon­former Video­über­wa­chung

Über­legen Sie sich zual­lererst, was Sie erreichen möchten. Dann gehen Sie, ggf. mit Unter­stützung durch Experten, auf die Suche nach Lösungs­mög­lich­keiten.

Zu den eigent­lichen Vor­aus­set­zungen der Video­über­wa­chung ver­weise ich auf meinen Blog­beitrag vom 07.09.2012.

Ein Bei­spiel, welche Aus­wir­kungen nicht geset­zes­kon­forme Video­über­wa­chung haben kann ist Anfang des Jahres bekannt geworden und in einem Online­ar­tikel der WAZ auf­ge­führt.

Bedenken Sie dabei, dass neben dem Bußgeld von ins­gesamt 64.000,- Euro der Image­schaden für Ihr Unter­nehmen durch die Bericht­erstattung erheblich sein kann.

Bild:  © Dieter Schütz / pixelio.de

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Bernd Bosch, DATEV eG

Abschluss der Aus­bildung mit dem zweiten juris­ti­schen Staats­examen 1997. Seitdem in unter­schied­lichen Bereichen bei der DATEV eG in Nürnberg tätig. Prak­tische Erfahrung im IT-Umfeld hat er ins­be­sondere in seiner zehn­jäh­rigen Tätigkeit in der Soft­ware­ent­wicklung gesammelt. Hierbei war er u.a. mit der Ein­richtung und Aktua­li­sierung von Netz­werk­um­ge­bungen in Steu­er­be­rater- und Rechts­an­walts­kanz­leien betraut. Seit fünf Jahren ist Bernd Bosch als externer Daten­schutz­be­rater für Kanz­leien tätig.

 

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