DsiN-Blog

Der IT-Sicher­heitsblog für den Mittelstand

Themen

Tipp des Monats

Machen Sie in nur zehn Minuten den IT-Sicher­heits­check von Deutschland sicher im Netz. Der Test liefert Hand­lungs­emp­feh­lungen, mit denen Sie die eigene IT-Sicher­heitslage ver­bessern können.

News­letter

Um neue Bei­träge regel­mäßig zu erhalten, können Sie hier unseren News­letter abonnieren:

Rufmord im Internet schadet auch Unternehmen

Mobbing unter Kol­legen schädigt bereits Per­sonen und damit auch Unter­nehmen. Aber mit Cybermobbing hat dies noch eine Dimension erhalten, die das Ansehen einer Firma und seiner Beleg­schaft über das Unter­neh­mens­ge­bäude hinweg schä­digen kann.

 

Man kennt es ent­weder vom Hören­sagen oder hat es im schlech­testen Fall am eigenen Leib ver­spürt. Gezielte Attacken in Form von gestreuten Gerüchten, kom­pro­mit­tie­renden Bildern oder bewusstes Bloß­stellen in Bespre­chungen sind Formen von Mobbing, die man leider immer wieder in Unter­nehmen oder Ver­einen fest­stellen muss. Mit den Mög­lich­keiten, die uns das Internet bietet, z.B. die sozialen Netz­werke mit ihren vielen Nutzern, bekommt das soge­nannte Cybermobbing eine ganz neue Dimension.

Was ist Cybermobbing?

Laut Wiki­pedia : …ver­schiedene Formen der Dif­fa­mierung, Beläs­tigung, Bedrängung und Nötigung anderer Men­schen oder Firmen mit Hilfe elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mittel über das Internet…“.

Cybermobbing ist aber nicht zu ver­wechseln mit einem Shit­storm. Letz­terer ist eine öffent­liche Form der Ent­rüstung. Hier wird die sach­liche Kritik mit unsach­lichen Argu­menten bis hin zur Schmäh­kritik mit­ein­ander vermischt.

Wie gehen die Täter vor? Wie erkennt man Cybermobbing?

Das Gefähr­liche an Cybermobbing ist die Tat­sache, dass die Täter durch die Anony­mität im Netz sehr lange uner­kannt ihr Unwesen treiben können. Immer wieder kann in ent­spre­chenden Foren oder Chats eine gezielte Attacke gegen das Opfer (das kann auch ein Unter­nehmen als Ganzes sein) abge­setzt werden. Die ver­meint­liche Anony­mität kann dazu führen, dass diese Ruf­schä­digung einen immensen Image­schaden nach sich zieht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei jedem Gerücht immer etwas „hängen“ bleibt. Und es ist äußerst schwer einmal ver­breitete Gerüchte oder Ver­leum­dungen im Internet wieder zu löschen oder ent­spre­chend gegen­zu­steuern. Davon können pro­mi­nente Per­sonen (z.B. Schau­spieler, Sänger) oder manche bekannte Firmen sicher ein Lied singen. So wie Mobbing Per­sonen in den Selbstmord treiben kann, so kann Cybermobbing ein Unter­nehmen auch in den Ruin treiben.

Was sollten Sie als Unter­nehmer tun?

Wenn sie als Unter­nehmen oder Person/Mitarbeiter Opfer solcher Cybermob­bing­at­tacken werden, schalten sie unbe­dingt früh­zeitig die Polizei und einen Rechts­anwalt ein. Bevor sie dies tun, ist es immer besser selbst aktiv zu werden und bei kon­kreten Hin­weisen auf die Täter mit gezielten Gesprächen ein­zu­wirken. Beob­ach­tungen innerhalb des Unter­nehmens — z.B. in der Kaf­fee­küche oder in Bespre­chungen werden gezielte negative Äuße­rungen über Per­sonen getätigt etc.- sollten sie als Chef oder Vor­ge­setzter ernst nehmen und diese Auf­fäl­lig­keiten gegen Mit­ar­beiter und Kol­legen direkt und konkret ansprechen.

Ver­suchen Sie so viele Beweise wie möglich zu sichern. Z.B. durch Drucken von Berichten (Screen­shots) über ihr Unter­nehmen oder Ihre Mit­ar­beiter, heben Sie dif­fa­mie­rende E‑Mails oder Ver­öf­fent­li­chungen gut auf.

Wie kann man sich dagegen schützen?

So, wie man ohne Internet nicht ver­meiden kann, dass „hinter einem Rücken“ Gerüchte gestreut werden, oder schlecht über eine Person oder Unter­nehmen gesprochen wird, so wenig kann man es grund­sätzlich ver­meiden, dass man Opfer von Cybermobbing oder ver­balen Cyber­at­tacken wird.

Jedoch ist die beste Prä­vention auch hier: Auf­klärung über das Thema. Auf­zeigen von Kon­se­quenzen bei kon­kreten Ver­dachts­mo­menten. Cybermobbing ist kein Kava­liers­delikt und kann bei Mit­ar­beitern dazu führen eine Abmahnung zu erhalten bzw. eine Kün­digung, im här­testen Fall kann sogar Scha­dens­ersatz seitens des Unter­nehmens ver­langt werden. Rufmord bzw. Image­schä­digung ist ein Straf­tat­be­stand (u.a. Ruf­schä­digung, üble Nachrede, Belei­digung und Ver­leumdung), der ent­spre­chend geahndet werden kann.
Sprechen Sie offen in ihrem Unter­nehmen über das Thema Cybermobbing und zeigen Sie auf, welche kon­kreten Maß­nahmen Sie ein­leiten würden in einem solchen Fall. Sen­si­bi­li­sieren Sie ihre Mit­ar­beiter, dass, wie im pri­vaten Bereich auch, im Geschäfts­be­reich Pro­bleme, Strei­tig­keiten, Unzu­frie­den­heiten etc. nicht im Netz aus­ge­tragen werden dürfen. Aus­sprache im Vier-Augen-Gespräch bzw. kleinen Kreis ist immer die bessere Lösung. Bei Strei­tig­keiten im pri­vaten Bereich stellt man sich ja auch nicht mit Megaphon auf den Markt­platz und lässt alle und jeden mit­hören. Genauso wenig postet man seine Pro­bleme im WorldWideWeb.

Darüber hinaus bieten Soft­ware­häuser ein sog. „Media-Moni­­toring“. Diese über­wachen z.B. täglich die ein­schlä­gigen Foren und Social Media Platt­formen. Damit erfährt das Unter­nehmen dann mög­lichst bald was alles über die Firma geschrieben wird, und kann dann schnell reagieren und gegen­steuern, wenn „Gefahr im Verzug ist“.

Fazit:

Eine Online-Repu­­tation darf Mit­ar­beitern und damit dem Unter­nehmen nicht egal sein. Achten sie genau darauf was „nach außen“ gelangt (sowohl Bild als auch Text). Ein guter Ruf des Unter­nehmens ist auf Dauer über­le­bens­wichtig und geht jeden im Unter­nehmen an.

Bild: © Tru­ef­felpix / Fotolia.com

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Joachim Vogel, DATEV eG

Dipl. Betriebswirt (FH)

Studium der Betriebs­wirt­schaft im Schwer­punkt Marketing
Erfah­rungen in der Pro­gram­mier­sprache RPGII

Aufbau einer EDV-Ver­triebs-Abteilung in einem großen Ver­si­che­rungs­konzern (Ver­ant­wortlich für die techn. Infra­struktur in den Filialdirektionen/Disposition und Instal­lation der EDV)

Seit 1989 bei DATEV eG in Nürnberg tätig. Pro­jekt­leitung “esecure bei Behörden und Insti­tu­tionen”; techn. Know-how im TK-Management (Cloud-Lösungen; Beratung und Instal­lation von Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Lösungen in Steu­er­kanz­leien; Koordinator/Ansprechpartner bei techn. Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­fragen); Zer­ti­fi­zierung nach ITIL

 

Koope­ra­ti­ons­partner

Für DATEV sind Daten­schutz und Daten­si­cherheit seit Gründung des Unter­nehmens zen­trale Ele­mente in der Geschäfts­po­litik. Daher enga­giert sich DATEV mit dem Blog für mehr IT-Sicherheit im Mittelstand.