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Daten­träger abgelaufen

Datenträger abgelaufen

Daten­si­che­rungen sind im Tages­ge­schäft eines Unter­nehmens sehr wichtig. Aber wie Lebens­mittel auch, haben gesi­cherte Daten ein Ver­­­falls- oder Min­dest­halt­bar­keits­datum. Worauf Sie bei der Daten­si­cherung achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

 

Sicher können sich einige von Ihnen noch an Musik­cas­setten erinnern: Die Generation Ü40 kennt dieses Spei­cher­medium noch aus der Zeit, als man Musik auf Ton­bändern auf­ge­nommen hat. Aber auch diese Kas­setten hatten ein Ver­falls­datum. Ähnlich verhält es sich mit der Spei­cherung von wich­tigen Unter­neh­mens­daten auf CD/DVD oder Festplatte/externe Speicher und anderen Spei­cher­medien. Hier gibt es einige Dinge zu beachten, um nicht irgendwann fest­zu­stellen, dass die beste und regel­mä­ßigste Daten­si­cherung umsonst war.

Welche Ursachen können zum Verlust der Daten führen?

Zunächst muss man wissen, dass die Les­barkeit von gespei­cherten bzw. gesi­cherten Daten von vielen Fak­toren abhängt. Es spielen der ver­wendete Datenträger/das Medium (z.B. CD etc.) oder die Hardware (z.B. CD-Laufwerk oder Fest­platte) und natürlich das jeweilige Betriebs­system eine gewichtige Rolle. Das heißt, die Halt­barkeit von Hardware (z.B. Fest­platte oder Spei­cher­stick) oder auch die Abwärts­kom­pa­ti­bi­lität der Betriebs­systeme muss bei der Sicherung von Daten beachtet werden.

Somit kann ein Hardware-Defekt (z.B. Fest­plat­ten­crash) dazu führen, dass Daten ver­loren gehen oder nicht mehr rekon­struiert werden können. Ebenso ist darauf zu achten, dass beim Wechsel auf ein anderes Betriebs­system die Les­barkeit der Daten sicher­ge­stellt ist, ansonsten muss ein Rechner mit einem „alten“ Betriebs­system vor­ge­halten werden. Bzw. um alte Daten ver­fügbar zu halten, müssten Anwender deshalb immer alle alten Daten mit­hilfe der aktu­ellen Pro­gramm­version in das neueste Daten­format konvertieren.

Daten­träger mit begrenzter Haltbarkeit/Richtige Lagerung ist wichtig

Grund­sätzlich muss man leider fest­halten, dass es kaum Daten­träger gibt, die über 10 Jahre hinaus die Daten sicher und ver­lustfrei archi­vieren. CDs und DVDs mit Langzeit-Daten­­si­cherung müssen vor allem sach­ge­recht gelagert werden. Eine kon­stante Tem­pe­ratur und Luft­feuch­tigkeit, kein erhöhter Licht­einfall müssen gewähr­leistet werden. Das Lie­gen­lassen von CD oder DVD in praller Son­nen­ein­strahlung kann zu Nicht-Les­­barkeit führen.

In vielen sog. Alte­rungs­tests und ent­spre­chenden Erfah­rungs­werten wurde fest­ge­stellt, dass nach einer Zeit von ca. 3 bis 5 Jahren das Medium der Daten­si­cherung ent­spre­chend nach Halt­barkeit über­prüft werden sollte.

Auch bei den Fest­platten spielt die richtige Tem­pe­ratur eine große Rolle. Fest­platten haben einen hohen Ener­gie­ver­brauch und ent­wi­ckeln eine hohe Wärme. Viele Fest­platten (und damit auch die gespei­cherten Daten) fallen aus, weil die Hit­ze­ent­wicklung schlicht zu groß ist. D.h. ein leis­tungs­fä­higer Lüfter im Ver­hältnis zur Größe und Leis­tungs­fä­higkeit der Fest­platte ist zwingend not­wendig. Sonst erleidet die Fest­platte den Hit­zetod und es kommt zum mas­sen­haften Datensterben.

Was ist nun die beste Lagerumgebung?
 
Gleich­bleibend 20 Grad Celsius und eine kon­stante Luft­feuch­tigkeit sowie mög­lichst kein erhöhter Lichteinfall.

Worauf ist noch zu achten bei der Daten­si­cherung mit CD/DVD?

  • keine Bil­ligroh­linge zur Daten­si­cherung ver­wenden, nur Markenprodukte
  • am besten keine Eti­ketten auf Roh­linge kleben, der Kleb­stoff kann den Daten­träger u. U. schädigen
  • wenn möglich nicht mit der max. Brenn­ge­schwin­digkeit brennen; d.h. je langsamer/sorgfältiger der Brenn­vorgang, umso geringer das Risiko von Daten­ver­flüch­tigung und somit Verlust
  • schützen Sie Ihre Daten­träger mit einer Hülle vor Licht­ein­flüssen (z.B. Aufbewahrungstasche)

Bei der Sicherung mit (externer) Festplatte:

Beachten Sie:

  • wenn Daten auf Fest­platten gesi­chert werden, sollte die externe Platte nur an diesen Rechner ange­schlossen werden, um die Daten zu sichern, ansonsten wieder davon ent­fernen und an einem sicheren Ort aufbewahren
  • ver­meiden Sie beim Transport und Handling von externen Fest­platten unnötige Erschüt­te­rungen; der Schreib-Lese-Kopf ist sehr emp­findlich, ins­be­sondere dann, wenn dieser in Betrieb/Bewegung ist
  • und natürlich, wie bereits oben beschrieben, eine ent­spre­chende Lagerum­gebung (kon­stante Tem­pe­ratur und Luft­feuchte) garan­tieren, dadurch kann die Halt­bar­keits­dauer von Daten­si­che­rungen um ein Viel­faches erhöht werden

Fazit

Regel­mäßige Daten­si­cherung ist nach wie vor das A und O einer guten Archi­vierung von Unter­neh­mens­daten. Dazu gehören aber auch nach ca. 3–5 Jahren die Über­prüfung der Halt­barkeit von Daten­trägern und der even­tuelle Ersatz dieser Daten­träger durch neue Medien der Sicherung. So wie Sie im pri­vaten Bereich immer wieder mal Ihre Daten­si­che­rungs­medien (Bilder, Musik, Videos etc.) durch­forsten und sor­tieren und even­tuell auf ein anderes Medium kopieren/speichern, so sollte dies auch im geschäft­lichen Bereich selbst­ver­ständlich sein.

Bild: © Marcus Hofmann / Fotolia.com

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Joachim Vogel, DATEV eG

Dipl. Betriebswirt (FH)

Studium der Betriebs­wirt­schaft im Schwer­punkt Marketing
Erfah­rungen in der Pro­gram­mier­sprache RPGII

Aufbau einer EDV-Ver­triebs-Abteilung in einem großen Ver­si­che­rungs­konzern (Ver­ant­wortlich für die techn. Infra­struktur in den Filialdirektionen/Disposition und Instal­lation der EDV)

Seit 1989 bei DATEV eG in Nürnberg tätig. Pro­jekt­leitung “esecure bei Behörden und Insti­tu­tionen”; techn. Know-how im TK-Management (Cloud-Lösungen; Beratung und Instal­lation von Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Lösungen in Steu­er­kanz­leien; Koordinator/Ansprechpartner bei techn. Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­fragen); Zer­ti­fi­zierung nach ITIL

 

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