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(K)ein Thema für den Mit­tel­stand?

Big Data

Der Begriff Big Data ist derzeit in vielen Fach­zeit­schriften zu lesen und wird aktuell auf ver­schie­denen Messen (u.a. der CeBIT in Han­nover) und Foren ver­mittelt. Der Mit­tel­stand (KMU) stellt sich deshalb die Fragen „…muss ich mich damit aus­ein­an­der­setzen“ „ist das ein Thema für mein Unter­nehmen“ „was muss ich tun, um den Anschluss nicht zu ver­lieren“, „was steckt hinter dem Begriff Big Data“?  Diesen Fragen möchte ich in meinem blog-Beitrag nach­gehen.

Was steckt hinter Big Data?

Big Data ist der Ober­be­griff für die Ermittlung, Beschaffung und Ver­wendung von ver­schie­denen, hoch­wer­tigen Infor­ma­tionen, die schnellen Ver­än­de­rungen unter­liegen und ständig anfallen. Hier­unter sind die täglich anfal­lenden rie­sigen Mengen an internen und externen Kunden- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­daten zu ver­stehen, die aus ver­schie­denen Quellen und End­ge­räten stammen, die dann digital erfasst werden und für Ana­lysen zur Ver­fügung stehen.  Damit Unter­nehmen ihre Kon­­kurrenz- und Wett­be­werbs­fä­higkeit opti­mieren und fes­tigen können, werden mit Big Data Tech­niken, Methoden und Kon­zepte in Form von Werk­zeugen zur Ver­fügung gestellt um so effektiv und mög­lichst bald Ent­schei­dungen aus der Fülle von Infor­ma­tionen treffen zu können, die sich unmit­telbar auf das jewei­ligen Unter­nehmen aus­wirken. Je größer die Daten­menge ist, desto mehr Material hat man für das Her­aus­filtern rele­vanter Daten. Damit ergibt sich eine sta­tis­tisch ver­läss­li­chere Aus­wertung.

Hil­fe­stellung und Erläu­te­rungen bietet auch der Leit­faden zu Big Data des Bran­chen­ver­bandes BITKOM oder ein Kom­mentar von Prof. Dieter Kempf zum Thema Big Data im Han­dels­blatt Nr. 45 vom 05.03.2014 auf Seite 48.

Welche The­men­felder umfasst Big Data?

Big Data beleuchtet u.a. Themen wie Security und Daten­schutz und geht auf Infra­struk­tur­fragen wie Daten­speicher, Platt­formen, Mobile Devices etc. ein. Es werden ver­schiedene Ver­fahren wie die Nutzung von internen und externen Infor­­ma­­tions- und Daten­quellen (Stichwort: Markt­trans­parenz) ana­ly­siert. Außerdem werden durch die Sichtung dieser Infor­ma­tionen Einsatz- und Anwen­dungs­sze­narien für die jeweilige Zielgruppe/Kundschaft abge­leitet. Es ergeben sich Bes­t­­Practice-Modelle und somit weitere Chancen für den Mit­tel­stand. Damit können zwei der ein­gangs  gestellten Fragen schon jetzt ein­deutig mit Ja beant­wortet werden. Der KMU muss sich m.E. diesem Thema widmen.

Was sind eigentlich Big Data Infor­ma­tionen?  Dies können u.a. und bei­spielhaft Ver­bin­dungs­daten in der Tele­kom­mu­ni­kation oder Zugriffs­sta­tis­tiken auf Web­seiten, Logis­tik­daten , Ver­brauchs­daten, Über­wei­sungs­daten, sowie Daten aus Wis­sen­schaft und Kultur sein. Denkbar sind natürlich noch weitere Erkennt­nisse und Infor­ma­tionen  aus anderen Daten­vo­lumina.  Die Vor­gänge die sich in der Ver- und Bear­beitung der Daten ergeben – das geht von der Erfassung und Spei­cherung bis zur Analyse und Visua­li­sierung – bieten große Her­aus­for­de­rungen, und damit auch Chancen für die Errei­chung von Wett­be­werbs­vor­teilen sowie für die Gestaltung neuer Geschäfts­mo­delle.
 
Wie sollte sich der KMU dem Thema Big Data widmen?

Unbe­stritten ist, dass sich selbst in kleinen und mit­tel­stän­di­schen Unter­nehmen die Daten­vo­lumen und deren Ver­ar­beitung ständig nach oben ent­wi­ckeln. Durch die ständige Ver­än­derung der Daten­mengen und Inhalte ist der KMU gefordert hier mit Hilfe von Big Data – Kon­zepten und Werk­zeugen struk­tu­relle Maß­nahmen zu ergreifen um seine Position im Markt
a) zu fes­tigen und b) weiter aus­zu­bauen.

Dies kann er –sehr auf­­­wändig- selbst tun oder die Hilfe eines großen Daten­ver­wal­tungs­zen­trums bzw. Rechen­zen­trums in Anspruch nehmen (schneller Zugriff auf aus­ge­la­gerte Daten­mengen und dies immer aktuell und überall). Und  hier kommt die Ein­richtung einer Cloud ins Spiel. Aber das ist ein eigenes Thema. Es gilt diese Datenflut gezielt für seine Unter­neh­mens­zwecke zu nutzen.

Chancen durch Big Data für KMU

Vor­aus­schauende Unter­neh­mens­ent­schei­dungen durch effi­ziente Daten/Informationsnutzung (z.B. Moni­toring von Pro­dukten); Aus­wertung von Produktdaten/Lebenszyklus und geziertere logis­tische Maß­nahmen (Aus­gleich von Pro­duk­t­eng­pässen oder sai­so­nalen Schwan­kungen).

Mit­hilfe von Big Data lässt sich auch die Wirk­samkeit von Wer­be­maß­nahmen ana­ly­sieren und schneller reagieren (Bewertung von Pro­jekt­chancen im Markt, Beob­achtung der Wahr­nehmung einer Marke).

Der unschätzbare Vorteil von Big Data: Durch die Kon­so­li­dierung der Daten sind die Erfolge mess­barer und trans­pa­renter. Tages­ak­tuelle Reportings für die Ent­schei­dungs­träger sind jederzeit und auch überall (durch den Zugriff auf die Cloud) möglich. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Zeit- und Kos­ten­er­sparnis. Im Kontext von Big Data sind die Begriffe Daten­kon­so­li­dierung, Mobi­lität und Cloud in einem Atemzug zu nennen.

Was muss ein KMU tun, um den Anschluss nicht zu ver­lieren?

Wie die oben aus­ge­führten Erläu­te­rungen zeigen, wird ein KMU nicht umhin­kommen sich dem Thema Big Data zu widmen.

Aber wie? Wichtig ist m.E. sich intensiv mit dem Thema zu beschäf­tigen. Ent­weder einen Infor­ma­ti­ons­be­auf­tragten im Unter­nehmen zu bestimmen oder sich mit einem Daten­ver­ar­bei­tungs­un­ter­nehmen in Ver­bindung zu setzen. Dann gilt es eine Stand­ort­be­stimmung (wie ist mein Unter­nehmen, sind meine Pro­dukte im Markt posi­tio­niert?) vor­zu­nehmen und geeignete Maß­nahmen (Zugriff auf vor­handene Daten­vo­lumen, Erschließung neuer Daten­quellen) anzu­gehen.

Her­aus­zu­finden, was der Kunde wünscht („Schlüssel-Schloss-Prinzip“), das ist mit Big Data möglich. Der KMU will besser auf die Wünsche und Belange seiner Kunden ein­gehen. Er will ver­stehen, was der Kunde wünscht und wie sein Ver­halten am Markt ist. Zunächst gilt es auf die vor­han­denen Daten im Unter­nehmen aber auch auf Daten aus anderen Quellen (externen Daten­banken, Trans­ak­tionen, Mes­sungen, Social Media, Messen, E‑Mails, Events etc.) zurück­zu­greifen. Darüber hinaus ist wichtig, wie schnell dann Aus­wer­tungen der unter­schied­lichsten Daten­quellen vor­liegen. Viele (ca. 20 %) KMU benö­tigen hier die Ergeb­nisse tages­ak­tuell (in Echtzeit!). ca. 80 % reicht die Auswertung/Verfügbarkeit innerhalb einer Woche.

Laut einer IBM-Studie sind Interne Daten vor allem deshalb die erste Wahl für Big Data Ana­lytics, weil Unter­nehmen sie bereits seit Jahren über ERP (Enter­prise Resource Planning) oder Business-Intel­­li­­gence sammeln, struk­tu­rieren und stan­dar­di­sieren. Externe Daten aus sozialen Netzen wie Facebook oder Twitter nutzen bisher 43 Prozent der befragten Mit­tel­ständler für Big Data.

Was macht Big Data aus? , die vier V´s sind ent­scheidend: Neben Volume (also die Daten­menge) sind dies Variety, Velocity und Ver­acity, also Menge, Form, Geschwin­digkeit und Ver­läss­lichkeit der Daten. Beim dritten V – der Variety – dreht sich alles um die Form der Daten: Sie liegen ent­weder struk­tu­riert oder unstruk­tu­riert als Text, Audio- oder Video­format vor und stammen aus unter­schied­lichen Quellen wie Trans­ak­tionen, Mes­sungen oder eben auch, wie bereits erwähnt aus sozialen Netzen.

Fazit: Big Data ist sicher keine revo­lu­tionäre, neue Erkenntnis, bekommt aber im Rahmen von Internet, Cloud und Daten­ban­ken­transfer eine neue, qua­li­tativ höhere Bedeutung in der Daten­ver­waltung und Aus­wertung. Die ständig zuneh­mende Datenflut zwingt KMUs dazu sich inten­siver mit dem Thema „Daten­ver­ar­beitung“ im wahrsten Sinne des Wortes aus­ein­an­der­zu­setzen und die vor­han­denen Daten ziel­grup­pen­spe­zi­fisch zu nutzen. Selektive Daten­aus­wertung („Spreu vom Weizen trennen“) und effektive Nutzung zur Markt­po­si­tio­nierung ist das Gebot der Stunde von Big Data.

Bleiben Sie dran!

Bild:  © birgitH / pixelio.de

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Joachim Vogel, DATEV eG

Dipl. Betriebswirt (FH)

Studium der Betriebs­wirt­schaft im Schwer­punkt Mar­keting
Erfah­rungen in der Pro­gram­mier­sprache RPGII

Aufbau einer EDV-Ver­triebs-Abteilung in einem großen Ver­si­che­rungs­konzern (Ver­ant­wortlich für die techn. Infra­struktur in den Filialdirektionen/Disposition und Instal­lation der EDV)

Seit 1989 bei DATEV eG in Nürnberg tätig. Pro­jekt­leitung “esecure bei Behörden und Insti­tu­tionen”; techn. Know-how im TK-Management (Cloud-Lösungen; Beratung und Instal­lation von Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Lösungen in Steu­er­kanz­leien; Koordinator/Ansprechpartner bei techn. Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­fragen); Zer­ti­fi­zierung nach ITIL

 

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